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[Fachgespräch] Die OIK-Karte und deren zukünftige Ausgestaltung - Druckversion

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[Fachgespräch] Die OIK-Karte und deren zukünftige Ausgestaltung - Friederike Fresse - 08.01.2011

Damit es nicht unter dem wahrheitswidrigen Threadnamen "Das wars dann wohl" mißverstanden werden kann, sollte dieses interessante Fachgespräch zur OIK-Karte und deren zukünftigen Ausgestaltung hier weiterlaufen.

Felix Flix, der OIK-Delegierte Fuchsens schrieb:

Zitat:Wieso eigentlich zwingend aufgeben, kann man nicht zwei Versionen der gleichen Karte haben? Also eine wie sie jetzt existiert - auch als Basis für Detailkarten der einzelnen Staaten und daneben eine daraus erzeugte Projektion? Ich spreche hier als fast 100%iger Laie was die technische komplexität einer solchen Idee angeht.

Daraufhin erläuterte der fachkundige Gast Veuxin von Drachenstein:

Zitat:Ja, man kann unendlich viele Versionen der gleichen Karte haben, das ist nicht das Problem. Das Problem ist: Die aktuelle OIK-Karte liegt planar vor, wie die meisten Karten. Flächen-, Längen- und Winkeltreue kann nur gewährt werden, wenn sie auch im Vorbild planar ist, d.h. die OIK-Welt keine Kugel ist. Will man sie jedoch als Kugel (und es besteht ja eine Tendenz in diese Richtung), muss man, um von der planaren Abbildung auf das sphärische Vorbild zu schließen, davon ausgehen, dass die planare Abbildung eine der drei Treuen - Flächentreue, Längentreue und Winkeltreue - nicht besitzt. Das wird bestimmt durch die Gesetze der Sphärischen Trigonometrie. Und meiner Meinung nach ist die Winkeltreue am verzichtbarsten, da man mit der OIK-Karte wohl eher Flächen und Längen ausmisst als Winkel.

Meine Meinung ist, daß nicht jedes Details nach RL-Gesichtspunkten vollständig stimmig sein muß. Perfektion ist in einer virtuellen Welt nicht unbedingt nötig.
Es reicht oft, wenn - wie bei vielen anderen Aspekten einer MN auch - der Gesamteindruck noch stimmig ist.

Wir haben entschieden, daß unsere Welt eine Kugelform hat. Deshalb sollten wir langfristig auch eine Projektion in Kugelform haben.

Die momentane Kartenform ist eine Darstellung, wie Sie immer ab Seite 3 aller Atlanten oder auf den ewig großen Leinwänden in Schulräumen verwendet wird.
Es wäre wünschenswert, daß wir mittel- bis langfristig auch eine Darstellung in Kugelform für die Seiten 1 und 2 unserer Atlanten haben.
Diese wird in irgendeiner Form wohl auch kommen, wenn sich ein OIK-Mitglied mit dem entsprchenden Enthusiasmus und Fertigkeiten an dieses Thema setzt.


- Kaiser Veuxin II. - 08.01.2011

Im Prinzip ist diese Umwandlung recht einfach: Wir besitzen sämtliche Koordinaten der OIK-Karte in der Form (x,y). Jetzt müssen wir nur jeden dieser Koordinatenpunkte nach einer gegebenen Projektion umrechnen, um die Karte in einer neuen Projektion zu erhalten. Es wäre vielleicht ratsam, sämtliche Daten in einem GIS unterzubringen.


RE: [Fachgespräch] Die OIK-Karte und deren zukünftige Ausgestaltung - Erica Simmons - 08.01.2011

Zitat:Original von Kaiser Veuxin II.
Will man sie jedoch als Kugel (und es besteht ja eine Tendenz in diese Richtung), muss man, um von der planaren Abbildung auf das sphärische Vorbild zu schließen, davon ausgehen, dass die planare Abbildung eine der drei Treuen - Flächentreue, Längentreue und Winkeltreue - nicht besitzt.

Ich glaube da kannst du ruhig zwei draus machen. Oder sagen wir 1,5 Wink. Die Sinosoidal-Projektion (optisch vielleicht eine der hässlichsten Projektionen aber sehr einfach zu berechnen), ist zum Beispiel flächentreu und entlang der Breitengrade auch längentreu. Ausser am Nullmeridian werden aber in Nord-Süd-Richtung Längen wieder stark verzerrt. Ich kenne aber auch nicht alle Projektionsarten, wenn du also eine Projektion kennst die in der Hinsicht mehr leistet, bitte einfach mal verlinken.

Zitat:Original von Friederike Fresse
Die momentane Kartenform ist eine Darstellung, wie Sie immer ab Seite 3 aller Atlanten oder auf den ewig großen Leinwänden in Schulräumen verwendet wird.
Es wäre wünschenswert, daß wir mittel- bis langfristig auch eine Darstellung in Kugelform für die Seiten 1 und 2 unserer Atlanten haben.

Funktioniert als Erklärung leider auch nicht so ganz. Die einzelnen Seiten im Atlas sind auch Auschnitte von Kugelprojektionen und dementsprechend verzerrt nur wirkt sich das je nachdem wie groß oder klein der dargestellte Ausschnitt der Kugeloberfläche ist mehr oder weniger stark aus. Wenn du dir im Atlas eine Karte von Deutschland ansiehst wirst du die Krümmung in den Linien des Gradnetzes wohl nicht einmal sehen, betrachte eine Karte von ganz Europa und die Sache sieht anders aus. Wenn man annimmt dass die OIK-Kugel so etwa in der selben Größenordnung liegt wie die Erde, dann bleibt es dabei dass man beim besten Willen keine realistische Projektion vor sich hat. Nimmt man an dass die OIK-Kugel um ein vielfaches Größer ist als die Erde und der dargestellte Ausschnitt nahe am Äquator liegt, dann geht dieses kartesische Raster vielleicht noch als hinreichend genaue Näherung durch.

Zitat:Original von Kaiser Veuxin II.
Im Prinzip ist diese Umwandlung recht einfach: Wir besitzen sämtliche Koordinaten der OIK-Karte in der Form (x,y). Jetzt müssen wir nur jeden dieser Koordinatenpunkte nach einer gegebenen Projektion umrechnen, um die Karte in einer neuen Projektion zu erhalten. Es wäre vielleicht ratsam, sämtliche Daten in einem GIS unterzubringen.

Ich glaube nicht dass es so einfach ist, zumindest nicht wenn wir fordern dass die jetzige OIK-Karte eine unverzerrte Abbildung der Welt ist (wenn sie keine gültige Projektion ist kann man sie auch nicht in eine umrechnen). Aber ich bin wie gesagt kein Experte auf dem Gebiet also will ich dir den Versuch nicht ausreden Smile.


- Felix Flix - 08.01.2011

Ich verstehe zwar nur die Hälfte - aber wenn es tatsächlich realisierbar ist, eine Projektion zu erstellen, dann sollte man das mal in Angriff nehmen Smile

Sofern ich helfen kann - bitte im ICQ mal anschreiben Smile


- Friederike Fresse - 09.01.2011

Ja, hier sind wohl echte Fachleute am Werk.

Man muß am Rande jedoch auch die praktische Anwendung im Auge behalten, will sagen den Aufwand bei der Fortzeichnung für den Kartographen im Rahmen halten.


- Lady Enigma - 09.01.2011

Eben. Eine Karte, anhand derer man exakte Feuerleitlösungen erarbeiten kann, ist wirklich nicht nötig. Das Aufzeigen grober Zusammenhänge sollte reichen.
Und legt man Durchmesser und die obere und untere Breitengradgrenze fest, kann sich das ja jeder bei Bedarf selbst ausrechnen. Gut, für Wettläufe zu den Polen nicht geeignet, aber daran gab es ja nun noch keinen Bedarf.


- Hogarth Carson McSniff - 09.01.2011

Es würde völlig reichen, die Karte rechteckig statt quadratisch zu machen. Für eine grafisch ansprechende Zylinderprojektion auf eine Kugel würde ich sagen im Seitenverhältnis 1:2
Wenn man sich dann noch darüber einig ist, daß es oberhalb und unterhalb noch Pole gibt, die bestenfalls für Expeditionen, nicht aber für die Besiedelung geeignet sind, fallen die Verzerrungen der "bewohnbaren" Bereiche bei einer Zylinderprojektion kaum ins Gewicht.
Die Karte und das Aussehen der Kugel würden nur minimal voneinander abweichen.
Erst zu den Polen hin wäre die Verzerrung so gravierend, daß eine einigermaßen korrekte Darstellung auf einer rechteckigen Karte nicht mehr zu machen wäre.


- Friederike Fresse - 09.01.2011

Liest sich sehr interessant.

Das Vorhandensein oder das Fehlen der Pole muß meines Erachtens als weiterer wichtigter Aspekt in nächster Zeit geklärt werden.


- Erica Simmons - 10.01.2011

Zitat:Original von Hogarth Carson McSniff
Es würde völlig reichen, die Karte rechteckig statt quadratisch zu machen. Für eine grafisch ansprechende Zylinderprojektion auf eine Kugel würde ich sagen im Seitenverhältnis 1:2
Wenn man sich dann noch darüber einig ist, daß es oberhalb und unterhalb noch Pole gibt, die bestenfalls für Expeditionen, nicht aber für die Besiedelung geeignet sind, fallen die Verzerrungen der "bewohnbaren" Bereiche bei einer Zylinderprojektion kaum ins Gewicht.
Die Karte und das Aussehen der Kugel würden nur minimal voneinander abweichen.
Erst zu den Polen hin wäre die Verzerrung so gravierend, daß eine einigermaßen korrekte Darstellung auf einer rechteckigen Karte nicht mehr zu machen wäre.

Zylinderprojektion wäre auch eine Möglichkeit Smile. Ich nehme an du meinst eine die dann ungefähr so aussieht (gleich mit Indikator für die Verzerrungen).

Während die Sinosoidalprojektion die ich ja auch schon erwähnt hatte in Ost-West-Richtung längentreu wäre, wäre es diese hier in Nord-Süd Richtung (und hätte noch den Vorteil dass man das Raster das jetzt eingezeichnet ist in einen Zusammenhang mit Längen- und Breitengraden setzen könnte). Ob die Verzerrungen in Ost-West Richtung aber auf der derzeitigen OIK-Karte vernachlässigbar sind hängt dann davon ab wieviel Platz man ober und unterhalb dieser Karte noch annimmt (also wie groß die Welt insgesamt sein soll). Wären die ober und Unterkante zum Beispiel der 60° Grad nördlicher bzw. südlicher Breite, dann wäre das Verhältnis realer Länge zu eingezeichneter Länge an diesen Linien schon 2:1.

Wenn man die Möglichkeit einer Zylinderprojektion wählen würde, müsste man also vorher erstmal festlegen welche Verzerrung man auf der OIK-Karte als akzeptabel betrachten würde, da damit dann auch gleich die Gesamtgrößer der Welt festgelegt wäre.


- Kaiser Veuxin II. - 10.01.2011

Die momentane Kartenform ließe sich sowieso nicht 1:1 projezieren: Bei 1px~12km bildet sie in der Breite gerade mal 37% eines realistischen Radius von 40 000 ab. Was sind die anderen 63%? Wasser? Welten, die noch nie zuvor ein Mensch gesehen hat? ^^