25.05.2007, 12:50
Zitat:Original von Hermann zu Grimmberg
Daß die Ausrüstung der Bundeswehr den Einsätzen kaum angemessen ist, das ist kein Geheimnis,
Na ja.
Also man darf ja mal nicht vergessen, dass die Diskussion zumindest überwiegend geführt wird, weil sie von der Ausrüsterlobby (dazu gehören ja nicht nur Rüstungsunternehmen) und von der Bundeswehr gewollt ist.
Freilich: Zu kleine Zelte müssen nicht sein und jeder, der beim Bund war oder jemanden kennt, der dort war, kennt abenteuerliche Anekdoten über mangelhafte Ausrüstung oder Schildbürgerstreiche bei der Beschaffung oder Instandhaltung.
Letztlich gelingt es der Bundeswehr aber doch, ihre Auslandseinsätze angemessen zu bestreiten mit der bestehenden Ausrüstung. Die Einsätze am Horn von Afrika und vor dem Libanon kranken nicht an der Ausrüstung, sondern an Restriktionen der politischen Mandate.
Die ISAF-Mission in Nordafghanistan läuft ordentlich, der jüngste Anschlag wäre auch mit schwerer gepanzerten Fahrzeugen nicht zu verhindern gewesen (wenn man nicht mit mindestens mittelschweren Panzern Patroullie fahren will). Und an der Geeignetheit der Tornados, die dort aufklären sollen, gibt es zwar wohl nicht ganz unberechtigte Zweifel, sie sind aber eben noch das beste, was die NATO für den Zweck verfügbar hat und besser als nichts allemal.
Natürlich ist es ärgerlich, wenn deutsche Soldaten hier in verschimmelten Kasernen und im Ausland in zu kleinen Zelten wohnen müssen. Die beliebte Darstellung, die Bundeswehr wäre eine veraltete und einsatzunfähige Witzarmee, stimmt aber eben auch nicht.
Die Mängel machen aber auch deutlich: Die Bundeswehr braucht das Geld, das in der Wehrpflicht verpufft, um eine kleinere, aber besser, moderner und zweckorientierter ausgestattete Truppe zu bezahlen. Es gab und gibt gute Gründe für eine Wehrpflichtarmee, aber mit der Erkenntnis, jeden Euro (den der Staat eigentlich sowieso nicht hat) nur einmal ausgeben zu können, kann m.E. eine größere Bundeswehrreform nur mit Abschaffung der Wehrpflicht gelingen.

