10.06.2007, 20:02
Zitat:Original von König Wilhelm VII.
Zitat:Original von Dr. Friedrich McClane
Zitat:Original von Ernesto Ché Guevara
*s.o.*
Weil Wikipedia auch unbestreitbar eine höchst wissenschaftliche und seriöse Quelle ist.
*s.o.*
Traurig, die Behauptung, sehr traurig.
Ich glaube, er meinte sie ironisch. Daß Schoppenhauer für seine Examina die Wikipedia als Quelle heranzieht, dafür kann niemand was.
Wo verwende ich Wikipedia? Das haben die anderen hier getan.
Zitat:Original von Hermann zu Grimmberg
Herrje, laßt Papa das mal machen ... also: zunächst einmal ist die Bildung Idealtypen zwingend nötig, um die Vielfalt der existierenden Systeme zu kategorisieren und zu ordnen - da man sich eben der berühmten "Unendlichkeit der Wirklichkeit" gegenübersieht. Welchen Nutzen hätte eine Darstellung sämtlicher Realtypen? - keinen.
So, dann fangen wir mal an.
Monarchie, Republik oder ganz was anderes?
1. Wenn Monarchie, gibt es eine Verfassung oder nicht?
1.1. Nein - absolute Monarchie.
1.2. Ja - welche Rolle kommt dem Monarchen darin zu?
1.2.1. Lediglich eine repräsentative Funktion - parlamentarische Monarchie.
1.2.2. Tatsächliche Beteiligung an den Staatsgeschäften - konstitutionelle Monarchie.
2. Wenn Republik, wieviele Parteien oder Gruppierungen sind am konkreten politischen Prozeß beteiligt?
2.1. Eine - Einparteiensystem.
2.2. Beteiligung aller Bürger - direkte Demokratie.
2.3. Mehrere - wie gestaltet sich das Verhältnis von Exekutive und Legislative zueinander?
2.3.1. Exekutive wird vom Parlament gewählt und ist durch dieses abrufbar - parlamentarisches System.
2.3.2. Exekutive ist vom Parlament nicht abhängig - präsidentielles System.
2.3.3. System weist Merkmale beider Typen auf (z.B. doppelte Exekutive, Präsident hat Einfluß auf das Parlament und die Regierung, aber nicht umgekehrt) - semi-präsidentielles System.
Kann man als Kategorie führen, muß man aber nicht; ich sehe die Sache wie Winfried Steffani und führe es eher als parlamentarisches System mit präsidentieller Dominanz, es fiele daher als Kategorie weg, wenn es nicht außerordentlich viele Systeme gibt, die dergestalt beschaffen sind.
2.3.4. Keine Gewaltenteilung vorhanden - Räterepublik (bzw. ein passender Oberbegriff, aber den sollen die marxistischen Hardliner finden, das ist nicht mein Métier).
3. Wenn etwas anderes, was dann? - Hier muß man schauen, welche anderen Staatsformen vorhanden sind und nach Bedarf kategorisieren, allerdings natürlich nur, wenn obiges Schema eine Staatsform nicht abdeckt.
Natürlich paßt nicht jedes System in dieses Schema, aber für alle, die es noch nicht verstanden haben: Idealtypen dienen der Kategorisierung, nicht der präzisen Abbildung der Wirklichkeit. Auch das Neuenkirchner System läßt sich hier nicht genau einfügen, da ich als Kaiser durchaus stark am politischen Prozeß beteiligt bin (rein konstitutionelle Komponente), aber ohne den Reichskanzler nicht viel beschicken kann. Den kann ich zwar de jure frei wählen, per Konvention wird es aber immer derjenige, der die Mehrheit im Reichstage hinter sich hat (konstitutionell-parlamentarische Komponente). Auch kann man natürlich konstitutionelle Monarchien noch sehr fein unterteilen (unter anderem auch in präsidentielle und parlamentarische Systeme); ebenso parlamentarische Demokratien, wo mir spontan vier Untertypen einfielen und sich durch ein wenig Suchen noch weitere finden ließen. Allein - das ist nicht Sinn der Sache.
EDIT
Zum Begriff "Republik": Republik ungleich Demokratie. Wenn man dies berücksichtigt, dann kann man sich seitenlange, nutzlose Beiträge sparen ...
Sehr gut

