06.05.2008, 17:47
Zitat:Original von Hermann zu Grimmberg
Zitat:Original von SHODANNun aber mal ganz langsam. Auch wenn mich die BRD momentan in etwa noch soviel interessiert wie Georgien, stehe ich dem Kaiserreich doch immer noch sehr wohlwollend gegenüber. Die pro-kaiserlichen, konservativen Eliten für das Scheitern der Republik verantwortlich zu machen, zeugt von massiver Linksblindheit, ihnen eine aktive Mitwirkung am Holocaust zu unterstellen (das interpretiere ich in die Aussage mal rein), geht schlicht und ergreifend an den offensichtlichsten Realitäten vorbei: allenfalls kann man gewissen Schichten vorwerfen, daß sie sich zulange von Hitler haben einlullen lassen, nämlich ziemlich genau bis Oktober/November 1939. Überspitzt läßt sich das Verhältnis zwischen den konservativen Eliten und dem NS-Regime mit einem einzigen Namen beschreiben: Stauffenberg.
(...)
Viel mehr mache ich das Pulverfass aus Ultralinken und denen die das Kaiserreich auf Teufel komm raus restaurieren wollten Verantwortlich.
Es war immer ein (oder mehrere) starker Mann in Deutschland am Werk. Der war plötzlich weg. Weite Gebiete waren plötzlich weg, obwohl man mit dem Friedensvertrag von Brest-Listovsk oder wie genau das nun auch immer hieß da im Osten noch massiv an Gebieten gewonnen hätte. Selbst das war weg. Man war zersplittert. In Frankreich hatte man durch diverse Republiken demokratisches Vorwissen. In Deutschland hatte man vor 1848 nicht wirklich viel. Amerika ist eine gewachsene Demokratie, in England hatte man länger damit zu tun. Der einzige Gegenpol in dem alles "nur noch linker" war war im Osten, und vor denen hatte man Angst. (Abgesehen von den ganz linken).
Ich behaupte nicht, dass die Rechten Schuld haben, die Linken haben das rechte Feuer angefacht mit Zunder sondergleichen.
Aber es kotzt mich massiv an wenn ich von so einem Bengel zu hören bekomme der mit lächerlichen Was-wäre-wenn Geschichten den Shoa indirekt verharmlost denn dieser ist das direkte Erbe eines Judenverachtenden deutschen (europäischen) Christentums der so auch in Frankreich hätte stattfinden können aber es trotzdem nicht tat.
Wenn ein Franzose auf sein Land stolz ist ist das wunderbar aber genau dieser muß auch einsehen, dass Frankreich unter Napoleon (und auch zu andern Zeiten) massiv Krieg und Leid in Europa gesäht hat. (Von der Zerschlagung der deutschen Kleinstaaterei mal abgesehen ... das ich als recht positiv empfinde.)

