06.05.2008, 19:22
Gewagte Thesen, Folge 37: Die Shoah als direkte Folge des Christentums. Mal ehrlich: selbst wenn es historisch betrachtet einiges an christlicher Agitation gegen die Juden gab, wage ich zu bezweifeln, daß a) die Gottesmord-Theorie vielmehr als ein Auslöser oder allenfalls ein schwacher Grund war - denn wie vorzüglich sich Religion zur Legitimation allen möglichen Schwachsinns einsetzen läßt, habe die Menschen nicht erst seit dem Krimkrieg erkannt; weitergehend denke ich nicht, daß b) solches Denken zur Zeit der Shoah noch eine Rolle spielte. Auch im Kaiserreich mag es Antisemitismus gegeben haben, aber soweit ich das überblicken kann, nicht auf breiter Front. Die Katastrophe nahm erst dann ihre fatalen Ausmaße an, als eine kleine Gruppe fanatischer Paralytiker an die Macht kam, die sich genau dieses Thema auf die Fahnen geschrieben hatte und es rücksichtslos verfolgte.
Jetzt darüber zu spekulieren, in welchen Kulturen es noch hätte stattfinden können, halte ich für wenig zielführend; auch bei der oberflächlichsten Betrachtung wird man schnell feststellen, daß es eine schier unerschöpfliche Menge potentiell begünstigender Faktoren gegeben haben muß, so daß ein monokausaler Ansatz ohnehin - wie so oft in den Geisteswissenschaften - ausfällt. Diese Thematik sollte man sollte man (guten) Historikern (also keinesfalls Schoppenhauer) überlassen, alles andere wird Halbwissen bleiben.
Jetzt darüber zu spekulieren, in welchen Kulturen es noch hätte stattfinden können, halte ich für wenig zielführend; auch bei der oberflächlichsten Betrachtung wird man schnell feststellen, daß es eine schier unerschöpfliche Menge potentiell begünstigender Faktoren gegeben haben muß, so daß ein monokausaler Ansatz ohnehin - wie so oft in den Geisteswissenschaften - ausfällt. Diese Thematik sollte man sollte man (guten) Historikern (also keinesfalls Schoppenhauer) überlassen, alles andere wird Halbwissen bleiben.

