18.05.2008, 02:37
Jede Festschreibung von irgendwelchen Vorgaben ist immer nur eine Momentaufnahme von Interessen gegenwärtig aktiver MNs. Dadurch verliert die OIK die subtile Fähigkeit, sich auf zukünftige Interessensänderungen einzustellen. Denn sowas klappt dann erst wieder durch schwierige Reformen. Betrachtet man die Entwicklungen der MNs sieht man ja, daß sie sich durchaus verändern. Es gab Zeiten großer Spaßnationen, dann rein politischer Simulationen, mit der GF das Hoch von Kultursims. Vielleicht gibt es in Zukunft Fantasynationen oder was auch immer. Nationen, die völlig ohne geographischen Schwerpunkt simsen, die Maßstäbe und Geographie einfach nicht interessieren, haben es inzwischen sicher schwieriger auf die Karte zu kommen. Drauf wollen sie aber, da sich ein Kartenstandpunkt nunmal als Simulationsbasis eignet. Nationen, die sich null für Kultur interessieren, haben es ja schon durch das Veto schwer. Also eine perfekt und klug durchdachte reine Politiksim könnte theoretisch wegen kultureller Unstimmigkeit zu Nachbarn gevetötet werden. Wie gesagt, wir zementieren die jetzigen Mehrheitsinteressen und ändern die sich schrittweise, sterben die Zuwachszahlen ab. Denn es wird eben nicht so sein, daß sich eine Mehrheit findet, die alles rückgängig macht; eher werden potentielle, aber anpassungsunwillige Neuinteressenten nacheinander aufgeben, so daß es zu keinem demokratischen Überhang kommen kann. Und das Ende sieht dann so aus wie in der englischsprachigen MN Szene. Die Karten dort haben heftige Vorgaben und die Szene ist halb tot, gemessen an unserer hier. Dort sind die Staaten so aktiv/inaktiv wie die ganze GF. Als die USSRAT dort mal eine Staatsrundreise durchgeführt hat, wunderte man sich, wie aktiv die doch ist. Und die gehört nun wahrlich nicht zu den aktivsten Foren. Ich führe das z.T. auf die strengen Kartenvorschriften zurück. Eine offene OIK, wie sie früher mal war, spiegelt automatisch die sich wandelnden Interessen der Mitglieder wieder. Die OIK, die sich dagegen nun langsam entwickelt, möchte die Interessen der jetzigen Mitglieder möglichst für immer bewahren. Eine Gemeinschaftskarte finde ich daher auch nicht mehr überzeugend. Der Gedanke einer Gemeinschaftskarte kam ja erst dadurch ins Spiel, weil die GF am Sterben ist. Wäre die GF stark und aktiv, würden die Länder dort eine OIK Annäherung gar nicht erwägen. Eine gemeinsame Karte würde aber auch eine Annäherung der OIK an die GF bedeuten. Daß die GF aber nun stirbt, beweist, diese Organisationsform ist nicht zukunftsfähig. Das Paradoxe ist nun: gerade weil sich die GF als ein nicht auf Dauer funktionierendes Systems offenbart, nimmt sich die OIK Maßstabsregulierungen und was weiß ich was noch kommt zum Vorbild. Eben diese Komponenten, die zum Untergang der GF führen. Denn die GF hat eben nur die Interessen ihrer gegenwärtigen Spieler festgeschrieben, ohne Blick auf zukünftige Mikronationalisten mit anderen Interessen. Und wenn diese Mitglieder, die die Regeln so tief einmeißelten, dann aufhören, geht die Orga zugrunde.

