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Wechselkurs System
Zitat:Original von Ascanius Divus
Doch. Per se.

Geschichtswissenschaften, Theologie, Philosophie, Rechtswissenschaften etc. sind ohne Kenntnisse dieser Sprache Unsinn. Das selbe gilt für alle Fächer, die Allgemeinbildung erfordern.
Das wiederum ist vollkommender Unsinn. Klar werden gerne römische Rechtsgrundsätze zitiert. Betonung auf zitiert.
Der Rechtswissenschaftler von heute lernt die Sprüche á la "in dubi pro reo" oder ganz speziell für meinen Freund Gried "ad bestia" auswendig. Wink

In Medizin und Theologie, sowie Germanistik mein ich auch noch und in Geschichte, Archäologie, Linguistik und den Kram, klar, da brauch man das.

Latein ist insofern praktisch, als dass man ableiten kann. Das hilft einem aber auch nur bei Texten. Und vom Französischen kann man auch ins Spanische oder Italienische ableiten, wenn man mal ehrlich ist. Wink
Das mit den "Rechtswissenschaften" bezog sich allerdings nicht auf die genannten Phrasen á la "non poena, sone lege" etc., sondern auf das europäische Geistes- und Rechtsverständnis, welches in dieser Form ausschließ lich im antiken Mittelmeerraum enstanden ist...und keiner komme mir jetzt mit Mayas (deren Hochzeit übrigens um das Jahr 900 lag und nicht in der Antike) und Chinesen, deren Rechtssystem hat mit dem heute international geradezu Standartisierten überhaupt nichts zu schaffen- so gesehen tritt die Welt, mit all ihren Wissenschaften, Geistesströmungen und Reflexionen, wie wir sie heute kennen aus der hellenistisch-römischen Welt der Antike und dem Christentum der Spätantike hervor- deshalbt ist Latein, wie das Griechische essentiell für unsere gesamte Kultur; wer zumindest des Lateinischen also nicht mächtig ist, kann sich nicht ernsthaft als gebildeten Menschen bezeichnen, da er niemals zu begreifen im Stande sein wird, warum Europa das ist, was es ist und wer wir eigentlich sind. So viel dazu.

Französisch mag zwar ganz nützlich sein, aber auch wirklich nur, wenn man auf Reisen nach Westafrika oder La France steht, ansonsten ist es nicht von größerem Belang.
Zitat:Original von König Wilhelm VII.
... wer zumindest des Lateinischen also nicht mächtig ist, kann sich nicht ernsthaft als gebildeten Menschen bezeichnen, da er niemals zu begreifen im Stande sein wird, warum Europa das ist, was es ist und wer wir eigentlich sind. So viel dazu.
Das wage ich zu bezweifeln.
Zitat:Original von Christoph Linth
Zitat:Original von König Wilhelm VII.
... wer zumindest des Lateinischen also nicht mächtig ist, kann sich nicht ernsthaft als gebildeten Menschen bezeichnen, da er niemals zu begreifen im Stande sein wird, warum Europa das ist, was es ist und wer wir eigentlich sind. So viel dazu.
Das wage ich zu bezweifeln.

Zweifele, wie du willst, es ist die Wahrheit.
Zitat:Original von Ascanius Divus
Das Problem liegt nicht in meinem mangelnden Horizont begründet, sondern eben in Deinem, denn Du (Hier wird "Du" und "Sie" ohnehin alle 2 Minuten gewechselt) erkennst die Realitäten nicht und zwar deshalb, weil du dich nicht ausreichend mit Geisteswissenschaften befasst. Stattdessen greifst du auf multikulturelle Standartismen zurück.

Den Wechsel von du und sie vollziehe ich allerdings nicht von ungefähr.

Ich darf dich daran erinnern, dass Rom nicht eines jeden Interessengebiet ist.
Um mal mit meinem Lieblingskommunisten zu antworten: "Die Wahrheit ist das Kind der Zeit, nicht der Autorität" oder lateinisch: "Veritas temporis filia". Und nein: man muß nicht des Lateinischen mächtig sein, um sich gebildet zu nennen, das ist Humbug, denn in meinen Studiengängen befinden sich etliche Personen, die sogar das große Latinum haben und die Weißheit nun wirklich nicht mit Löffeln gefressen haben, geschweige denn "gebildet" sind.
Für das Germanistikstudium hätte ich mir Lateinkenntnisse wahrlich gewünscht, die Gründe wurden bereits genannt; für die romanischen Sprachen gilt das natürlich besonders, denn das Altfranzösische unterscheidet sich nur marginal vom Lateinischen.
Altenglisch hat es mir hingegen mehr angetan.
So viele Sprachen und nur 70 Jahre Zeit ...
Zitat:Original von Ascanius Divinus
@S.Oink:
Na und? Was interessiert mich Kamerun? Und ich selbst wohne nicht nahe der französischen Grenze.

Nun, auch wenn man nicht in der Nähe eines der erwähnten Länder wohnt, so ist es doch praktisch, möglichst viele Sprachen wenigstens teilweise zu beherrschen. So ist es auch wichtig, Englisch zu können, obwohl in keinem unserer Nachbarländer dies eine Amtssprache ist. Auch Chinesisch wird als Unterrichtsfach in Schulen immer beliebter.
Zitat:Original von Dr. Friedrich McClane
...die sogar das große Latinum haben ...

Wobei ich darauf hinweisen darf, dass heutzutage nichtmehr unterschieden wird zwischen kleinem und großem Latinum. Es gibt nur noch das Latinum im Allgemeinen. Am Gymnasium bekommt man es, sobald man in der elften Klasse das Fach Latein mindestens mit der Note "genügend" bewertet bekommen hat.
Das ist irgendwie traurig.


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