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Deutschlands Problem im späten 19. Jahrhundert: Das Bürgertum läßt sich vom Adel kaufen (Einheit ohne Freiheit). Das Bürgertum formt nach 48 keinen einheitlichen, eigenständigen Willen mehr aus (außer mehr ökonomische Freiheit) und versucht sich alles in allem der Adelsschicht und dem monarchistischen System anzupassen. Ein repressives System erduldet es - freilich nur solange, wie dieses ihren ökonomischen Aufstieg und den Erhalt ihres Besitzstandes garantiert. In Frankreich hieß es dagegen "mort aux rois", wenn auch Napoleon eine neue noblesse d'Empire einführte, aber das war zum einen Teil korsisches Clan- und andererseits meritokratisches Denken.
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Gewagte Thesen, Folge 37: Die Shoah als direkte Folge des Christentums. Mal ehrlich: selbst wenn es historisch betrachtet einiges an christlicher Agitation gegen die Juden gab, wage ich zu bezweifeln, daß a) die Gottesmord-Theorie vielmehr als ein Auslöser oder allenfalls ein schwacher Grund war - denn wie vorzüglich sich Religion zur Legitimation allen möglichen Schwachsinns einsetzen läßt, habe die Menschen nicht erst seit dem Krimkrieg erkannt; weitergehend denke ich nicht, daß b) solches Denken zur Zeit der Shoah noch eine Rolle spielte. Auch im Kaiserreich mag es Antisemitismus gegeben haben, aber soweit ich das überblicken kann, nicht auf breiter Front. Die Katastrophe nahm erst dann ihre fatalen Ausmaße an, als eine kleine Gruppe fanatischer Paralytiker an die Macht kam, die sich genau dieses Thema auf die Fahnen geschrieben hatte und es rücksichtslos verfolgte.
Jetzt darüber zu spekulieren, in welchen Kulturen es noch hätte stattfinden können, halte ich für wenig zielführend; auch bei der oberflächlichsten Betrachtung wird man schnell feststellen, daß es eine schier unerschöpfliche Menge potentiell begünstigender Faktoren gegeben haben muß, so daß ein monokausaler Ansatz ohnehin - wie so oft in den Geisteswissenschaften - ausfällt. Diese Thematik sollte man sollte man (guten) Historikern (also keinesfalls Schoppenhauer) überlassen, alles andere wird Halbwissen bleiben.
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Zitat:Original von Hermann zu Grimmberg
(...)
Der Antijudaismus ist im Christentum allerdings in großen Teilen und in der Gesellschaft im speziellem verankert.
Selbst heutzutage wissen die Statistiker (oder glauben es zu wissen), dass 28% aller Deutschen latent Antijüdisch (ich mag das Wort Antisemit nicht wirklich) ist.
Das bekommt man auch massiv zu hören wenn man sich mit jüngeren Menschen unserer Bevölkerung mal unterhält. Ich hüte mich inzwischen schon davor in gewissen Kreisen die mir unbekannt sind zu erwähnen, dass mein Erbe jüdisch ist.
In Deutschland war es übrigens auch nicht das erste mal, dass Juden großflächig verfolgt oder verbrannt/ermordet wurden. Das gab es z.B. auch schon mal in Spanien ein paar hundert Jahre früher ( in der die Argumentation mit dem Gottesmord leider nur all zu gut funktionierte).
Natürlich ist der Zusammenhang zwischen Christentum und Judenhass nicht zwingend aber leider lässt sich damit argumentieren (wie erwähnt, Gottesmord etc pp, davon, dass ohne die Kreuzigung die Vergebung der Sünden im Christentum gar nicht gegeben gewesen wäre und anderen theologischen Kram lass ich mal außen vor).
Zitat:...auch bei der oberflächlichsten Betrachtung wird man schnell feststellen, daß es eine schier unerschöpfliche Menge potentiell begünstigender Faktoren gegeben haben muß,...
Exakt! Und eben in Deutschland vor allem "deutsche Gründe". Aber das ist nur meine bescheidene Ansicht.
Ich halte mich nicht für einen guten Historiker, aber mich interessiert das ganze schon, wie erwähnt, durch mein Erbe.
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Ich denke, daß es ein großer Unterschied ist, ob der halbstarke Plebs das Wort "Jude" als Modeschimpfwort entdeckt hat, oder aber marodierend durch die Straßen zieht und gezielt jüdische Geschäfte angreift - von einer industriellen Vernichtung des Judentums mal ganz abgesehen. Und wie gesagt: man hüte sich vor monokausalen Erklärungen und davor, Anlaß und Grund zu verwechseln.
Aber nun gut, was interessiert mich eigentlich noch Deutschland?
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Zitat:Original von SHODAN
Zitat:Original von Hermann zu Grimmberg
[quote]Original von SHODAN
(...)
Aber es kotzt mich massiv an wenn ich von so einem Bengel zu hören bekomme der mit lächerlichen Was-wäre-wenn Geschichten den Shoa indirekt verharmlost denn dieser ist das direkte Erbe eines Judenverachtenden deutschen (europäischen) Christentums der so auch in Frankreich hätte stattfinden können aber es trotzdem nicht tat.
Wenn ein Franzose auf sein Land stolz ist ist das wunderbar aber genau dieser muß auch einsehen, dass Frankreich unter Napoleon (und auch zu andern Zeiten) massiv Krieg und Leid in Europa gesäht hat. (Von der Zerschlagung der deutschen Kleinstaaterei mal abgesehen ... das ich als recht positiv empfinde.)
Und mich kotzt es an via Internet von einem Freizeithistoriker oder wasauchimmer darauf aufmerksam gemacht zu werden, dass meine Religion fremdenfeindlich und meine Kultur auf ewig mit untilgbarer Schuld behaftet sein soll. Das entspricht nicht meiner Lebensrealität, also sehe ich das auch komme was Wolle nicht ein.
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Du BIST Ausländer feindlich Ascanius ,du bestätigst mit dein benehmen nur DAS was die s.n "Sessel Historiker" von Deutschen halten.
Oder glaubst du das dein art auf zu trehten normal ist?
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Ik kan het geen langer horen! Het is vreselijk met u! Hij speelt een nationalist, omdat velen hier dwazen zijn, die het niet erkennen dat hij speelt met u. Het is zeer grappig om uw reacties te zien.
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Zitat:Original von Ascanius Divus
(...)
Und mich kotzt es an via Internet von einem Freizeithistoriker oder wasauchimmer darauf aufmerksam gemacht zu werden, dass meine Religion fremdenfeindlich und meine Kultur auf ewig mit untilgbarer Schuld behaftet sein soll. Das entspricht nicht meiner Lebensrealität, also sehe ich das auch komme was Wolle nicht ein.
Nun mal stopp (brrr doppel p), ich für meinen Teil bin Christ. Ich fühle mich auch nicht für schuldig was damals passiert ist. Aber trotzdem gehört es zu meinem Land welches ich liebe => Deutschland. Also nicht voreilig etwas in den falschen Hals bekommen. Ich verweigere mich allerdings auch Stolz für etwas zu empfinden was ich nicht geschaffen habe, Beispiel: Das Brandenburger Tor, den Hafen von Hamburg, das herausdrängen von Bayern aus Deutschland damals.
Ich gehöre auch nicht zu den Fremdschämern die sich für die Taten anderer schämen aber trotzdem kann ich es, gerade weil ich weiß was damals vorgefallen ist, es versuchen besser zu machen.
Ich hoffe das war verständlicher.
Zitat:Ich denke, daß es ein großer Unterschied ist, ob der halbstarke Plebs das Wort "Jude" als Modeschimpfwort entdeckt hat, oder aber marodierend durch die Straßen zieht und gezielt jüdische Geschäfte angreift (...)
Nachdem ich einmal in der falschen Gegend deswegen fast verdroschen wurde muss ich sagen, nette Theorie. Leider in einigen weniger gebildeten Kreisen nicht Realität. Zwei meiner "Bekannten" haben sich direkt abgewendet. Aber die wählen auch "scharf rechts".
Aber nun mal zurück auf den Boden, wir sind hier alle (ohne Ausnahme, sogar der Tahvro da) einigermaßen gebildet. Den wirklichen Bodensatz der westlichen Hemisphäre wird man hier eher nicht treffen. Ich kenne da einige deren Deutsch ist noch mieser als das des Kong, und die sind hier geboren worden und aufgewachsen.
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Zitat:Aber nun mal zurück auf den Boden, wir sind hier alle (ohne Ausnahme, sogar der Tahvro da) einigermaßen gebildet. Den wirklichen Bodensatz der westlichen Hemisphäre wird man hier eher nicht treffen. Ich kenne da einige deren Deutsch ist noch mieser als das des Kong, und die sind hier geboren worden und aufgewachsen.
Die mit Bildung und Verstand werden, wenn es dann darauf ankommt, Lagerkommandant und die noch fähigeren Organisator für die organisierte Vernichtung. Nur mit Dummköpfen und Ungebildeten wäre so etwas wie das III. Reich überhaupt nicht zu machen gewesen.
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Das wollte ich auch nicht ausdrücken. Sondern dass man sich mal etwas zivilisierter unterhält. Auch wenn das arg der falsche Platz hier ist an sich.
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