07.07.2014, 17:37
Zitat:Original von Elias Goff
Hallo,
wir haben in unserer MN im Moment eine Diskussion zur allgemeinen Simulationstechnik. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass das Heile-Welt-Spiel langweilig bis tödlich für die MN's sein kann. Es könnte zumindest mit ein Grund sein, warum im Großen und Ganzen bei vielen die Luft raus ist. Eine Anmerkung bei uns war, dass man den Zwist zwischen den Staaten als Chance sehen kann, da was negatives zu simulieren. Mit negativ sei nicht gemeint etwas beleidigendes oder destruktives, sondern dass auch Skandale, Streitigkeiten usw. in Simulationen eingebunden werden können. Bisweilen war es immer so, das fast alles immer schön verpackt und politisch korrekt simuliert wurde - Ausnahmen sind selten. Das wollen wir ändern. Daher möchten wir hier dazu aufrufen, auch mal was nicht politisch korrektes in Angriff zu nehmen. Manche haben schon von mir eine Nachricht bekommen, andere sollen über diesen Thread hier erreicht werden. Wir sind für vieles zu haben und scheuen uns auch nicht VL in die #@&% zu greifen oder für Skandale verantwortlich zu sein.
Inszenierter Krawall ist nutzloser Krawall. Ansonsten nimmt generell mit dem Alter und der Bildung wohl die Neigung ab, sich für nichts zu streiten, daß die Fetzen fliegen. Nun gut, manche fangen im Pensionärsalter wieder damit an...

Das Problem der MNs ist nicht die heile Welt, sondern, daß die Spieler immer mehr auf Qualität im Sinne einer wohlausgestalteten Parallelwelt aus sind. Das ist aber schon deshalb problematisch, weil die Spieler zumindest für ihre Figur Experte sein müssen bzw. alles nachlesen, was dazu gehört. Stimmig wird es aber trotzdem nicht, dazu reicht weder die Zeit noch das Wissen. Bei allen Mühen wird es doch schwer, über den Dreigroschenroman hinauszukommen.
Ein großes Problem in diesem Kontext ist auch die erforderliche Ausgestaltung. Wer Qualität simulieren will, braucht Detailausgestaltung, die die Spieler verinnerlicht haben müssen usf.
Vielleicht müssen wir uns über die Qualitätssimulation erheben, mit der Einsicht, daß das ein Irrweg war. Für Fritzchen Müller war es vielleicht richtig, das, was er für Qualität hielt, umzusetzen, statt der reinen Kinderei. Dr. Friedrich Müller muß jetzt aber erkennen, daß ihm Fritzchens "Qualität" nicht reicht und die Ansprüche des Herrn Doktor nicht zu erfüllen sind. Man muß daher mit dem leicht Grotesken und Absurden umgehen, das im Grunde darin steckt, einen virtuellen Staat zu simulieren.
Die MNs generell sind eine problematische Sache, dem Zeitaufwand steht zuweilen doch recht wenig Lustgewinn gegenüber, verglichen mit einem guten Film oder Buch. Und die Überlegung, es einem anderen mal so richtig "reinzuwürgen", taugt doch bei halbwegs erwachsenen Menschen bestenfalls für ein Strohfeuer. Ansonsten kann man das mit mehr Publikum auch in einem Politikforum. Macht ausübern läßt sich ohnehin kaum...
Bezeichnend finde ich übrigens den intellektuell relativ niedrigen Reflektionsgrad innerhalb der Simulation, der meist den SimOff-Diskussionen über Sein und Nichtsein der MNs weit nachsteht.
So ein Staatsbesuch etwa ist großteils stinklangweilig, weil vor lauter Schema F oft eine wirkliche Diskussion untergeht.
Flugzeug kommt - ersucht um Landegenehmigung- Landegenehmigung wird erteilt- roter Teppich liegt - Ehrengarde tritt an - Nationalhymnen - Bezug aufs Wetter - Gastgeschenke - höfliches Geplauder - Angebot von Speis und Trank mit Bezug auf irgendeine Nationalspezialität - Gegenseitioges Befragen über Dinge, die nicht bekannt sind - Anpassen irgendwelcher Verträge - Abreise
Viel Protokoll, wenig Substanz. Worüber sollte man aber auch reden, da das ja vorauseilender Ausgestaltung bedürfte, oder man muß sich parallel dazu im SimOff einigen, wo dann in der Regel die interessantere Diskussion stattfindet.
Zitat:Oberster Direktive ist aber nach wie vor, dass man niemandem eine Simulation aufzwingen darf, die er nicht haben will.
War das nicht der Anfang vom Ende?
PS: Das ist keine Einladung, mein Forum zu hacken und Korland für annektiert zu erklären.

