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Aktivität der MNs und die Gründe - Druckversion

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+--- Thema: Aktivität der MNs und die Gründe (/showthread.php?tid=774)

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- Mohammed Sammad - 26.11.2006

Zitat:Original von Hermann zu Grimmberg
Ja sicher, die MNs an die Schulen, dann braucht's auch keine Verdummungsshows im Fernsehen mehr. Abgesehen davon, daß es wahrscheinlich schon genug Kellerkinder in Deutschland gibt: in den MNs wimmelt es nur so von unreifen, radikalen Ideologien und es findet sich hier ein Dilettantismus, der wirklich in puncto Ausbreitung und "Qualität" unübertroffen ist.
Das ist in der Tat so. Die Schüler treffen in der Schule schon auf genügend unfähige und faule Menschen in Form von Lehrern, die ihnen vormachen, wie man sich nicht nach außen präsentieren sollte. Wenn man sie nun auch noch den Mikronationen aussetzte, würde man ihnen eventuell schweren Schaden zufügen, indem sie dort auf Subjekte wie Sie, Herr "Kaiser", treffen würden.


- Graf von Düsterstein - 26.11.2006

Zitat:Original von Hermann zu Grimmberg
Die MNs haben kaum pädagogischen Wert, aus, Ende, Punkt.

Pädagogik ist Erziehungswissenschaft. Kinder kann man nicht fruchtbar über internet erziehen. Im Gegenteil. 80% der Kinder heute können angeblich nicht mal mehr eine Rolle vorwärts. Sinnvoller wäre mal mehr Rumrennen im Wald statt Internetpädagogik.

Und welches Wissen sollen die MNs denn vermitteln? Es gibt keinen Betreuer, der einem MNler erklärt, was nun Realität ist und was Erdacht. Mit jeder Info erhält ein Schüler somit auch eine Falschinfo. Ich hoffe jedenfalls nicht, daß die Leute, die hier spielen glauben, Politik und Wirtschaft funktioniere wirklich so. Das wäre so, als würde man Fantasyspiele spielen, um zu erfahren, wie das Mittelalter funktionierte. Auch würde keiner behaupten, dadurch, daß er Sim City zockt, verstünde er etwas vom Städtebau.

Soziale Erfahrungen, die Heranwachsende hier machen, sind realen sozialen Kontakten ebenfalls nicht vorzuziehen.

Im Supermarkt bekäme man MN in der Abteilung Genußmittel oder Süßwahren. Sie machen Spaß, sie machen evtl. süchtig, haben aber keinen Nährwert.

Man nascht seine MN, weil sie einen Lustgewinn bringt, nicht mehr und nicht weniger. Mit allen Nebenwirkungen, die Genußmittel nunmal haben.


- Isomir - 26.11.2006

Dem kann ich nicht vollumfänglich zustimmen.

Man kann hier durchaus was lernen. Freilich nur wennn man vorher eine Grundmaß an Selbsteinsicht mitbringt und bereit ist, gemachte Fehler zuzugeben.

Und was das SimCity betrifft: Du wirst natürlich kein Fachmann für Städtebau, aber so ein Grundgefühl bekommst Du. Und genau das ist es was einige MNs (Natürlich nicht alle, meine eigene zum Beispiel nicht) leisten können.


- Alva Amalia Ikea - 26.11.2006

Lustige Diskussion. MAn kann seiner Phantasie freien lauf lassen in den MNs und kreativ sein - da hat unser Bildungsystem in der BRD meinermeinung nach nen erheblichen Mangel.


- Graf von Düsterstein - 26.11.2006

Zitat:Original von Isomir
Dem kann ich nicht vollumfänglich zustimmen.

Man kann hier durchaus was lernen. Freilich nur wennn man vorher eine Grundmaß an Selbsteinsicht mitbringt und bereit ist, gemachte Fehler zuzugeben.

Und was das SimCity betrifft: Du wirst natürlich kein Fachmann für Städtebau, aber so ein Grundgefühl bekommst Du. Und genau das ist es was einige MNs (Natürlich nicht alle, meine eigene zum Beispiel nicht) leisten können.

Das halte ich für komplett falsch. Was ist denn ein Grundgefühl? MNs sollten gar nicht erst den Anspruch erheben, etwas über Politik zu vermitteln. Das Halb- und Falschwissen, daß sie anbieten, wäre doch zu bedenklich. Lernspiele unterscheiden sich von normalen Spielen durch ein pädagogisches Konzept. MNs haben keinerlei pädagogisches Konzept. Wer in ratelon Präsident ist, wird nicht mal Anstzweise ein Grundgefühl für das Amt eines Bundeskanzlers bekommen. Dazu fehlen einfach die vielfältigen äußeren Zwänge. Bei Sim City lernt man nichts über das Führen einer Stadt, sondern man lernt etwas über Komplexität von Entscheidungen. Genau das leisten Denk- und Simulationsspiele normalerweise. In den MNs sind die Entscheidungen kaum komplex. Das meißte ist linear. Entscheidungen über irgend etwas führen fast immer auch zur Umsetzung. Man baut die Wirtschaft aus und dem Volk gehts besser etc. Resultierende Umweltkatastrophen sind nicht zwangsläufig. Alles, was geschieht, geschieht aus Entscheidungen heraus. Daß etwas in der MN simon resultiert, was man als so eigentlich nicht gewollt hat, kommt fast nie vor. Da man nur das zuläßt, was man selbst für möglich hält, kann es zu solchen Überraschungen nicht kommen.

MN sind folgendes: Eine Gruppe von Kindern gehen in den Wald und spielen Räuber und Gendarm. Peng du bist tot, nein bin ich nicht, heul heul. Man denkt sich was aus und spielt das. Das hätte auch Nutzen, geschähe es real und nicht im Internet.

Zitat:Original von Alva Amalia Ikea
MAn kann seiner Phantasie freien lauf lassen in den MNs und kreativ sein - da hat unser Bildungsystem in der BRD meinermeinung nach nen erheblichen Mangel.

Welche Phantasie? Meinst du die Text wie *ein Flugzeug landet* (Bild im Anhang) ? MN-Beschreibungen fallen gerade durch Abwesenheit von Phantasie auf. Wer so beschreibt, würde aus jeder Rollenspielgruppe fliegen.


- Isomir - 26.11.2006

Einser, als Betreiber einer MN und Rollenspieler (der Du ja bist)dachte ich eigentlich dass Du mir folgen kannst Wink

ich formuliers mal anders

Einen Pädagogischen Anspruch haben die MNs natürlich nicht, das hat auch SimCity nicht. Aber MNs können (Betonung auf KÖNNEN; da es hierbei erheblich auf die zu betrachtende MN ankommt) je nach Ausrichtung verdeutlichen: Wie eine demokratische Entscheidung (z.B. im Parlament) entsteht, wie man auf andere wirkt (Bestes Beispiel jene ID Isomir, mit der ich Staatschef war und lernen musste dass meine Fähigkeiten nicht im Staatslenken liegen) etc.

Ausdrücklich: Das ist ein Nebeneffekt, vermutlich keiner gründet eine MN mit diesem Anspriuch, aber wenn die MN gut ist kann sie dieses leisten. Und bei den Rollenspiel lernt man sehr viel über sich selbst, egal welche Rolle man spielt. Auch das kann eine MN quasi nebenbei leisten


- Jin Roh - 27.11.2006

Zitat:Dabei haben die Mns, aus meiner Sicht, ein recht erhebliches pädagogisches Potential. Man kann auf spielerische Weise einen Blick in die (allerdings weitaus komplexere und komplizierteren) gesellschaftlichen Zusammenhänge werfen.

Während eines Aufenthalts in England habe ich mitbekommen, dass es solche Projekte da auch in der Schule gibt.
Aber auch hier gibt es solche Projekte, wenn auch eher im Studium, in denen zB die UNO und ähnliche Organisationen auf internationalem Niveu simuliert werden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Planspiel

Und ich kann mir durch aus vorstellen, dass es für langfristige Spieler langweilig wird, immer nur eine ID zu simulieren.
Aber darum ging es nicht in meinem Post, sondern eher darum, dass viele MNs sich zu sehr gleichen und so gut wie ein und den selben Staat simulieren.


- Graf von Düsterstein - 27.11.2006

Wenn man MNs so umgestaltet, daß sie realistisch komplex sind, daß wirkliche RL-Experten daran teilnehmen, daß man die OIK und GF aufgelöst hat und sie alle dem: http://www.sagsaga.org/page10-400.html entsprechen, sind sie keine MNs mehr, sondern Planspiele.


- Nara - 27.11.2006

Erstmal drei Dinge klar stellen:

Erstens war der Vorschlag nicht wirklich ernstgemeint und zweitens sprach ich von Potential und nicht davon, daß schon ein erheblicher Nutzen abfällt (das ist nicht der Fall), drittens ist mit Arbeitsgemeinschaft eine freiwillige Zusatzveranstaltung gemeint und kein regulärer Unterricht.

Ich glaube auch nicht, daß MNs zur Verdummung beitragen. "Kellerkinder" befassen sich mit ganz anderen Dingen. Wenn man von einigen wenigen absieht *schielt zu Herrn zu Grimmberg und kann sich ein Grinsen nicht verkneifen* halten sich auch die unreifen und radikalen Ideologien in Grenzen. Die meisten Mns sind demokratisch organisiert und die Diktatoren sind keine rl-Diktaturanhänger, sondern betreiben ihre Diktatur als überzogene Spaßnationen.
Wer sich in einer Mikronation engagiert, befaßt sich mit Themen (Politik, Gesellschaft), über die weite Teile der Bevölkerung (leider) kaum nachdenken. Das dies niemand professionell machen kann und alle MNler Dilettanten sind, ist nichts neues (wenn der Herr zu Grimmberg doch nicht nur die Fremdwörter gebrauchen würde, sondern auch wüßte, was sie bedeuten Wink ).
Nicht wenige der MNler sind auch rl in Parteien, Verbänden usw. gesellschaftlich engagiert. Verbindet man das mit dem Bildungsniveau der MNler liegen sie sicherlich über dem Bevölkerungsschnitt.

In der Schule werden viele Fakten vermittelt und das ist gut so. Man sollte wissen, wie das politische System der Bundesrepublik in etwa funktioniert (wobei das was den Schülern beigebracht wird bei diesem Thema rein formalistisch ist und alles andere als realitätsnah). Was aber zu kurz kommt, ist das kritische selber denken. Wie sollte ein politisches System aufgebaut sein? Ist es gut so, wie es ist? Welche Werte werden vertreten? Welche sollten vertreten werden? Warum? usw.

Hier kann das Konzept MN ansetzen, indem Schüler ihren eigenen Staat unterstützt von Lehrern (Gemeinschaftskunde, Ethik, Religion, Kunst, Informatik) bauen und dann durch "leben" testen. Sie werden feststellen, daß das nicht so einfach ist, das es verschiedene Meinungen gibt, wie komplex die Sache ist, das nicht alles so funktioniert wie gedacht, wie schwer es ist einen stichhaltigen Gesetzestext zu formulieren oder die Probleme eines Richters verschiedene Rechtstexte gegen einander abzuwägen oder eine Fußballweltmeisterschaft zu organisieren usw. Dies fordert auch soziale Kompetenzen ab.
Je nachdem wie es angelegt wird, kann es auch das Befassen mit fremden Kulturen, Religionen, Weltanschauungen umfassen.
Es würde also einmal nicht alles über das Internet laufen und das entwerfen und erstellen der Mn wäre mindestens genauso wichtig, wie das spielen. Es geht dabei nicht darum die Realität 1:1 abzubilden und zu erfassen (aufgrund der Komplexität der Realität sowieso nicht möglich), sondern es würde darum gehen, daß Schüler erstmals (und überhaupt einmal) über diese Dinge nachdenken und sie dadurch nicht nur formal lernen, sondern tatsächlich erfassen. Das man ihnen nicht nur sagt diese Einrichtung, dieser Wert und diese Sache sind super, sondern dass sie durch eigene Überlegung dahin kommen, daß diese Dinge super sind und dann auch wissen warum (vielleicht stellen sie ja auch fest, daß diese Dinge doch nicht so super sind.) Man braucht halt keine formalen Demokraten, sondern überzeugte Demokraten.

"Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" hies es in der Aufklärung. Heute, scheint mir, braucht man nicht mehr unbedingt den Mut, sondern mehr die Idee, seinen eigenen Verstand zu nutzen.


- Ethan Freebush - 27.11.2006

Zitat:Original von Nr.1
Man nascht seine MN, weil sie einen Lustgewinn bringt
Eindeutig, Zweideutig Big Grin