Ihr Forum ist zur Zeit geschlossen.

Lob
Zitat:Original von Nr.1
Zitat:Original von Kevin O`Sullivan
Zitat:Original von Nr.1
Was nichts daran ändert, daß die historische Chance vertan wurde, eine vernünftige Verfassung herzustellen.

Fang nicht du auch noch damit an... Das muss ich mir von Rechtsextremen schon den ganzen Tag anhören ("lesen")


Ich hoffe, die Frage, die ich dir stelle, wird auch beantwortet, denn die Rechtsaußenstehenden sind leider unfähig, eine Antwort zu formulieren.

Was findest du an dieser Verfassung schlecht bzw. was würdest du in eine neue Verfassung integrieren?

Ich muß doch sehr bitten! Und wenn die Rechten morgen gegen Auslandseinsätze sind, ist jeder, der ebenfalls dagegen ist, ein Rechter, alles klar.

An unserem GG gefällt mir die Bundesratssache nicht ganz, der ewiglich Regierungsaktionen verhindert. Auch das Wahlprinzip ist nicht in meinem Sinne. Der Wähler macht sein Kreuzchenoft bei einer großen Partei, weil er der kleinen sowieso keine Chance einräumt. Das Stimmchen weäre verloren. Mir würde eine Drittstimme gefallen. Ich wähle eine Partei 1 und eine Partei 2 und schafft Nr.1 die 5 % Hürde nicht, zählt Stimme 2. Aber Nr.1 schafft 5% immer :-)

Ich habe nicht gesagt, dass du einer bist. Ich habe bloß die Feststellung dargelegt, dass ich mir dasselbe - pardon - Geschwätz bezügl. einer neuen Verfassung immer wieder von diversen Rechtsextremen und Rechtaußenstehenden anhöhren muss. Das du einer bist, habe ich nicht gesagt.

Ich persönlich würde nur Art. 5 geändert sehen und den Bundesrat massiv stärken.
Zitieren
Um ein wenig Gerechtigkeit zu schaffen: die Linksextremen sind nicht besser.
Zitieren
Nunja, auch wenn ich beiden Seiten nicht nahestehe, Linksextreme sind in erster Linie gegen das freiheitliche System, Rechtsextreme sind Rassisten, also gegen bestimmte Menschen. Letzteres finde ich persönlich dreister. Wenngleich ich einräume, daß es für ein Opfer keinen Unterschied macht, ob es von der RAF zerbombt oder von Glatzen totgeschlagen wird. Es sei denn, man argumentiert, daß man sich bei den Linksextremen aus der Schußlinie bringen kann, wenn man sich ihnen anpaßt, wenn man aber schwarz ist, hat man keine Chance, sich aus der der Rechten zu ziehen. Aufgrund dieses Arguments wurde ja in Berlin das Denkmal der KZ-Opfer gegen die Kritiker durchgesetzt, die ein Denkmal für sämtliche Kriegsopfer wollten.
Zitieren
Wenn man die kommentare zum Mindestlohn liest, muß man wiedermal feststellen, daß einige von Volkswirtschaft keine große Ahnung haben oder überhaupt nicht verstanden haben, worum es beim Mindestlohn geht.

Das gleiche trifft auf Bemerkungen zu Kommunismus und Marxismus zu, aber das ist ja nichts neues.

Manche sind halt zu faul sich mit der Sache zu befassen oder aus ideologischen Gründen einfach nicht gewillt, diese zu verstehen. Man kann ja dann immernoch (mit guten Gründen) anderer Meinung sein, aber man sollte nicht immer wieder die gleichen falschen Behauptungen in die Welt setzen.


Was stimmt an der Verfassung nicht?

Das größte Problem ist die momentan bestehende föderale Ordnung: was man 1990 hätte überarbeiten müssen sind die Zuständigkeiten von Bund, Ländern, Kommunen (Stichworte: Subsidiaritätsprinzip, Verantwortung, Entflechtung) und damit verbunden die Finanzverfassung. Man hätte den Moment auch nutzen sollen für eine Neuordnung der Bundesländer (Reduzierung auf ca. 7-8 mit jeweils 10 Mio. Einwohner).
Jetzt versucht man das mit den Föderalismusreformen, was sicherlich ein paar gute Ansätze bringt, aber letztlich durch die Machtgeilheit der Verhandlungspartner nur beschränkte Erfolge bringen dürfte.


@Nr. 1: Kennst du den Prof. Jesse?

Edit:
Ich hab in meinen Gedanken doch immer die Anarchisten am äußerst linken Rand angesiedelt und diese sind ja für vollkommene Herrschaftsfreiheit und eine Maximierung der Freiheit allgemein, aber jetzt erfahre ich, daß die Linksextremen gegen die Freiheit sind. Wink
Der Unterschied zwischen links und rechts besteht darin, daß Rechte Freiheit, Wohlstand usw. für wenige wollen, während Linke es für alle wollen. Die Rechten begründen dies dann rassistisch, ethnisch, religiös, populärdarwinistisch, sexistisch, ständisch usw.
Zitieren
Zitat:Nunja, auch wenn ich beiden Seiten nicht nahestehe, Linksextreme sind in erster Linie gegen das freiheitliche System, Rechtsextreme sind Rassisten, also gegen bestimmte Menschen. Letzteres finde ich persönlich dreister.

Rechtsextreme können unserem System auch nicht viel abverlangen, davon einmal abgesehen, ergänzt werden muß aber folgendes: Linksextremisten richten sich auch gegen bestimmte Menschen, mögen diese auch nicht unbedingt ausländischer Herkunft sein.
Zitieren
Madame Nara, lassen Sie uns alle an Ihrem Wissen teilhaben; bloße Behauptungen aufzustellen, das kann jeder, begründen nur die wenigsten - gewiß darf man Sie zu zweiten zählen oder?
Zitieren
Zitat:Original von Nara
@Nr. 1: Kennst du den Prof. Jesse?

Nein, aber schicke ihn mal vorbei.

Zitat:Original von Dr. Friedrich McClane
Rechtsextreme können unserem System auch nicht viel abverlangen, davon einmal abgesehen, ergänzt werden muß aber folgendes: Linksextremisten richten sich auch gegen bestimmte Menschen, mögen diese auch nicht unbedingt ausländischer Herkunft sein.

Gegen menschen mit bestimmten Ansichten, nicht gegen das Menschsein in bestimmter Form an sich. Ein Jude kann nichts tun, um einem Rechten zu genügen, kein Ablass, keine Ideologieübernahme nichts. Einem Linksextremen mag das Bekenntnis zu Marx mitunter genügen. Hier steht das Böse gegen das abgrundtief Böse, so wie in "From Dusk till down" beschrieben. Ich sage mal so, wenn ich nur einen Knopf hätte, um eine der beiden Gesinnungen zu tilgen, würde ich den auf der rechten Seite drücken. Persönlich aber glaube ich, daß Extremeinstellungen und damit verbundene Gewalt funktional sinnvoll sind. Ohne die Angst vor zunehmender Radikalität und Unruhen, würde eine Verelendung der unteren Schichten ohne Gleichen stattfinden. Das ist ähnlich wie mit Mutationsveranlagungen, die einerseits Krebs erzeugen, andererseits der Menschheit als Ganzes sichert es das Überleben. Man braucht nur mal zu hören, wie oft gesagt wird, wir müssen uns mehr um die Jugend kümmern, sonst wird sie gewalttätig, wir müssen mit dem Islam den Dialog suchen, sonst nehmen Anschläge zu, wir müssen den sozialen Standard einhalten, sonst gewinnen Extremparteien an Boden. Es wird selten gesagt, wir müssen uns um die Jugend kümmern, einfach so, wir müssen die Sozialstandards einhalten, einfach weil es menschlich ist und mit dem Islam reden, weil das einfach nett ist.
Zitieren
Zitat:Original von Dr. Friedrich McClane
Madame Nara, lassen Sie uns alle an Ihrem Wissen teilhaben; bloße Behauptungen aufzustellen, das kann jeder, begründen nur die wenigsten - gewiß darf man Sie zu zweiten zählen oder?

Bisher haben Sie und Herr zu Grimmberg bloße Behauptungen aufgestellt ohne sie zu begründen Wink

Aber gut, ich gehe gern in Vorleistung:

Mal abgesehen davon, daß man auch einen Mindestlohn von 0,5 Euro die Stunde festlegen könnte, wodurch sich gar nichts ändert, weil für weniger sowieso keiner arbeitet:

Herr zu Grimmberg behauptete, ohne zu begründen, daß durch den Mindestlohn Arbeitsplätze vernichtet werden und das ist vielleicht nicht einmal falsch.

Betriebswirtschaftlich betrachtet sind das höhere Kosten und wenn diese nicht mehr zu decken sind, wird ein Betrieb Leute entlassen oder den Laden dicht machen.
In anderen Bereichen wird jedoch nur der Gewinn geschmälert und niemand entlassen oder es wird auf die Preise umgelegt.
Auf der anderen Seite verfügen diejenigen, die vom Mindestlohn nun profitieren, über ein höheres Einkommen und die Nachfrage steigt.
Wenn der Friseurbesuch durch den Mindestlohn also 5 oder 10 Euro teurer würde, würde vllt. einige auf Selberschneiden umsteigen, andere würden den Mehrpreis einfach zahlen und der Sicherheitsmann, der vom Mindestlohn profitiert, würde vllt. nicht mehr Selberschneiden, sondern zum Friseur gehen.

Gesamtwirtschaftlich gesehen würde doch "nur" eine Umverteilung stattfinden, aber die Nachfrage nicht sinken. Im Gegenteil, da Geringverdiener tendenziell mehr von jedem verdienten Euro für Konsum ausgeben und nicht sparen, könnte die Nachfrage theoretisch sogar steigen.

Im Ausland wurden ja auch Mindestlöhne eingeführt und es wurde da genauso befürchtet, daß massenhaft Jobs verloren gehen. Dies ist jedoch nicht geschehen. Es gibt in vielen Staaten Mindestlöhne, manche haben eine höhere Arbeitslosenquote als Deutschland, andere eine niedrigere. Einen Zusammenhang von Höhe der Arbeitslosigkeit und Mindestlöhnen/Mindestlohnhöhe gibt es meines Wissens nach nicht.

Was wirklich Arbeitsplätze kosten könnte, wäre eine verstärkte Automatisierung, also die Ersetzung von nun teurerer menschlicher Arbeitskraft durch mechanische.

Das ist grundsätzlich ein positiver Vorgang, da das Ziel ja ist, die (menschliche) Arbeit zu minimieren und den Wohlstand zu vergrößern. Diesem (allgemeinen) Problem muß man anders begegnen, z.B. durch Arbeitszeitverkürzung. (Wer durch den Mindestlohn 50% mehr verdient, wäre vielleicht eher zu einer 10% Arbeitszeitverkürzung zu bewegen.)

Aber da ist ja noch das böse Ausland. Mal abgesehen davon, daß die meisten EU-Staaten Mindestlöhne haben und ein Unternehmen also nichts davon hat wegen dem Mindestlohn in Deutschland in ein anderes Land mit Mindestlohn abzuwandern.
Auch die osteuropäischen Staaten haben zum Teil Mindestlöhne. Es ist also auch nicht die Frage Mindestlöhne ja oder nein, sondern wenn dann die Frage: Wie hoch sollen sie sein?

Da sind wir schon bei Ihnen: Die Konzerne wandern ab!
Da liegt das Problem schon darin, daß die meißten großen Konzerne in Deutschland vom Mindestlohn überhaupt nicht betroffen sind, da sie sowieso mehr als die 7,50 Euro Stundenlohn zahlen. Welches Dax-Unternehmen zahlt weniger als 7,50 Euro die Stunde? Selbst wenn in einigen Bereichen (Sicherheit, z.B.) weniger gezahlt würde, glauben Sie ernsthaft, daß ein Konzern wegen den Mehrkosten durch ein paar Sicherheitsleute seine Produktion verlagern würde?

Was sind denn die großen Bereiche, wo Mindestlöhne wirken würden: Sicherheit, Post, Bäcker, Friseure, Landwirtschaft, Reinigungsfirmen, Call Center? Diese kann man zum Teil einfach nicht verlagern, weil sie ortsgebunden sind und in anderen Bereichen kann man bei den Löhnen sowieso nicht konkurrieren also sollte man es auch nicht länger versuchen, sondern diese Leistungen im Ausland kaufen (das ist ja gerade die Idee und der Witz am Freihandel! Danach schreien die Kapitalisten und manche Politiker immer, aber ihn richtig anzuwenden und die Konsequenzen zu tragen, dazu sind sie zu feige.).

Das Problem liegt mMn nicht im Mindestlohn, Kündigungsschutz oder den Lohnnebenkosten (noch so ein vollkommen überbewertetes Thema).

Das Problem liegt darin, daß in Bereichen konkurriert wird, wo der Wettbewerb nicht hingehört. Es wird nicht um eine möglichst effiziente Produktion, um technologischen Fortschritt und Innovation gerungen (da müßte man ja investieren, hat ein Risiko und kurzfristig keine 100% Gewinnsteigerung), sondern man konkurriert bei Arbeitslöhnen, bei Steuer- und Abgabesystemen, beim Umwelt- und Arbeitsrecht, bei Sozialversicherungssystemen. Warum? Weil es einfacher ist! Die Staaten lassen sich bereitwillig gegeneinander ausspielen, begeben sich sehenden Auges in eine Abwärtsspirale und sind immer unfähiger, die ihnen von den Bürgern übertragenen Aufgaben wahrzunehmen.

Man müßte also zusehen, daß die Rahmenbedingungen (Abgaben, Recht, Löhne, Sozialsysteme) mittel- und langfristig (zumindestens erstmal in Europa) vereinheitlicht werden. Dann könnten die Unternehmen auf gleicher Basis konkurrieren. Wenn alle den gleichen Mindestlohn haben, spielt er für die Konkurrenzfähigkeit keine Rolle mehr.
Zitieren
Zitat:Original von Nr.1
Zitat:Original von Nara
@Nr. 1: Kennst du den Prof. Jesse?

Nein, aber schicke ihn mal vorbei.

Dachte nur, weil der auch dieses Drittstimmensystem vertritt.
Zitieren
Zitat:Original von Nr.1
Gegen menschen mit bestimmten Ansichten, nicht gegen das Menschsein in bestimmter Form an sich. Ein Jude kann nichts tun, um einem Rechten zu genügen, kein Ablass, keine Ideologieübernahme nichts. Einem Linksextremen mag das Bekenntnis zu Marx mitunter genügen.

Prächtig, der eine ist ob seiner Intoleranz weniger böse als der andere, das ist doch irrsinnig.

Zitat:Persönlich aber glaube ich, daß Extremeinstellungen und damit verbundene Gewalt funktional sinnvoll sind. Ohne die Angst vor zunehmender Radikalität und Unruhen, würde eine Verelendung der unteren Schichten ohne Gleichen stattfinden.

Sie würden sich also mit dem Argument "Das ist doch alles nur Gegengewalt" zufrieden geben? Ich bitte Sie... Nein, Gewalt halte ich für keine gute Lösung.



Zitat:Das ist ähnlich wie mit Mutationsveranlagungen, die einerseits Krebs erzeugen, andererseits der Menschheit als Ganzes sichert es das Überleben. Man braucht nur mal zu hören, wie oft gesagt wird, wir müssen uns mehr um die Jugend kümmern, sonst wird sie gewalttätig, wir müssen mit dem Islam den Dialog suchen, sonst nehmen Anschläge zu, wir müssen den sozialen Standard einhalten, sonst gewinnen Extremparteien an Boden. Es wird selten gesagt, wir müssen uns um die Jugend kümmern, einfach so, wir müssen die Sozialstandards einhalten, einfach weil es menschlich ist und mit dem Islam reden, weil das einfach nett ist.

Sie sprechen von den Klatsch- und Tratschmedien à la RTL etc.




Zu Madame Nara. Der Bezug bei mir war a) der von der Linskpartei geforderte Mindestlohn und b) das Osteuropa jenseits der Mitgliedstaaten - wobei das, ich gebe es zu, so groß nicht mehr ist. Jedenfalls nehme ich mal an, daß die Mindestlöhne dort weitaus geringer sind als in Deutschland. In welchem Maße die Unternehmen abwandern, das weiß ich nicht, aber ja, ich denke schon, daß sie es sich zweimal überlegen werden, weiterhin in der BRD arbeiten zu lassen.

Die Wege der Unternehmen sind mitunter nicht nachvollziehbar; an dieser Stelle sei ein Besuch in der Hauptstadtrepräsentanz der Telekom empfohlen.
Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste