27.11.2006, 18:04
Zitat:Original von Nara
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Wir verwenden den Überbegriff "Planspielmethoden" für zahlreiche erfahrungsorientierte Lernformen wie z.B. Rollenspiele, Improvisationen, Unternehmenstheater, Teamübungen, Lernspiele, Computersimulationen, und (Unternehmens-)Planspiele im engeren Sinne.
Mikronationen sind keine Lernform. Natürlich lernt man dabei, der Mensch lernt permanent. Man lernt auch beim Waldspaziergang, trotzdem ist auch das keine Lernform. Ich glaube nicht, das eine der OIK oder GF MNs eine Chance hätten, bei SAGSAGA als Planspiel ohne gravierende Abänderung aufgenommen zu werden, schon gar nicht, wenn man eine Sparte "Simulation unrealistischer Randlösungen" vorschlägt. Eben weil MNs nur aus Jux gespielt werden. Ich denke spontan daran, wie Kriegsangriffe von Admins gelöscht oder Terroranschläge unterbunden werden. Es gibt keine Variablen für Zufriedenheit des Staatsvolkes. Spaß ist in Planspielen ein Nebeneffekt, nicht das Ziel. MNs fallen dadurch aus dem Planspiel heraus, daß sie alles - auch den pädagogischen Wert - dem Spaß unterordnen. WiSims werden z.B. so gestaltet, daß es Spaß macht. Einfach zu bedienende WiSims werden komplizierten vorgezogen. Dinge, die zum Verstehen tatsächlicher politischer Wirkmechanismen nötig sind, werden abgestellt, sobald sie den Funfaktor senken. MN sind Spiel. Browserspiele wie OGame oder Piratenkriege haben mehr Nutzen fürs Gehirn, beanspruchen mehr Ariale, Logik, Mathematik, räumliches Vorstellungsvermögen, Menschenkenntnis, um seine gegner zu Bluffen, ein wenig soziale Kompetenz innerhalb der Klans. Was MN evtl. leisten, ist die Fähigkeit, ganze Sätze zu schreiben und sich mit Bürokratenformulierungen auseinanderzusetzen.
Zitat:Original von NaraAb wann ist man denn wirklicher Experte? Ich bin Politologe - reicht das?
Nein. Aber du kannst als Politologe ja einmal den Wert von Mikronationen für den politischen Unterricht untersuchen. Wäre gespannt darauf.
Zitat:Original von NaraIn Planspielen geht es auch nicht unbedingt um Realismus oder Komplexität (im Gegenteil oft geht es um Reduktion der Komplexität, weil man diese nicht erfassen kann).
Komplexität ist schwer vermittelbar. Darum reduziert man sie zu Lernzwecken auf ein noch überschaubares Maß, um Lerneffekte auszulösen. Reduziert man sie zu stark, kann man nichts vermitteln. Letztlich geht es bei Planspielen schon darum, Realismus und Komplexität zu vermitteln. Ich wäre nicht dafür, dass sich eine Lernform, die sich zum Ziel gesetzt hat, unrealistisches und unkomplexes (Hexenmagie wäre so etwas), als pädagogisches Konzept in unsere Schulklassen einschleicht.

