12.08.2014, 11:28
Zitat:Das ist ein Trugschluss – eine nicht abgegebene Stimme zählt für einen Kandidaten genauso schwerwiegend wie eine abgegebene Stimme. Genau betrachtet ist eine Wahl durch Zustimmung also lediglich die Vereinigung eines Wahlgangs für jeden Kandidaten mit den Optionen ja/nein in einen Wahlgang.
Aber für die passiven Wähler gilt das nicht. Kreuze ich alle Kandidaten an bzw. streiche keinen, habe ich (abgesehen vom Fall einer nötigen Wiederholung) eine 100%ge Aussicht auf Erfolg. Dahingegen hat derjenige, der keinen ankreuzt eine nullprozentige Erfolgsaussicht. Die anderen liegen irgendwo dazwischen, um Genaueres aus dem Ärmel zu schütteln müßte ich meine Stochastik-Kenntnisse wieder etwas entrosten.

Auf jeden Fall werden Wähler bevorzugt, die mehrere (am besten alle) Kandidaten unterstützen können.
Zu dem, was Du im Zitat ausführst, bedarf es schonmal mindestens der Bedingung, daß jeder Kandidat, wenigstens 50%+x der Stimmen bedarf, ansonsten sind die Nein-Stimmen irrelevant.
Zitat:Möglich, aber IMHO nicht nötig. In der Rechtsauslegung ginge ja spätestens aus der dazugehörigen Diskussion (also dieser hier) hervor, was gemeint ist, falls es tatsächlich unklar sein sollte.
Vielleicht hätten wir das Problem hier jetzt auch nicht, wenn wir das Regelwerk historisch auslegen könnten, aber die Ende der 90er bzw. Anfang der 2000er zweifelsfrei (ich zweifle nicht, obschon ich nicht dabei war...) stattgefundene Diskussion bzw. der seinerzeitige Autor sind nicht mehr auffindbar, nur das Werk ist noch erhalten.
Zitat:Relative Mehrheit = wer hat die meisten Stimmen
Den Begriff "relative Mehrheit " würde ich gar nicht benutzen. Es ist nämlich schlicht nicht eindeutig. Meistens (oder lieber doch "mehrheitlich?
) wird es wohl als die größte Mehrheit (im Sinne von Vielzahl) verstanden (quasi in Relation zu den anderen Mehrheiten). Andere verstehen es aber in Bezug zur absoluten Mehrheit und meinen dann 50%+x von den abgegebenen Stimmen, da "relativiert" man dann quasi den Bezug von allen auf die abgegebenen Stimmen."Die meisten Stimmen" bzw. "mehr als die Hälfte der [abgegebenen] Stimmen" ist viel eindeutiger und wird auch von wirklich jedem verstanden.

