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[Diskussion]Änderung von Artikel 4.6 der Geschäftsordnung
#21
Zitat:Original von Ernst Willun
Zitat:Ich denke die Wahl durch Zustimmung ist zu Kompliziert.

Meines Erachtens nicht wirklich, da die Software hier das "Ankreuzen" mehrerer Optionen hergibt. Ich frage mich nur, ob das nicht eine ungleiche Wahl bedeutet, die diejenigen begünstigt, die mehr als einen Kandidaten akzeptieren können.

Das ist ein Trugschluss – eine nicht abgegebene Stimme zählt für einen Kandidaten genauso schwerwiegend wie eine abgegebene Stimme. Genau betrachtet ist eine Wahl durch Zustimmung also lediglich die Vereinigung eines Wahlgangs für jeden Kandidaten mit den Optionen ja/nein in einen Wahlgang.

Zitat:"Zustimmung" ist aber zu schwammig. Ich finde, man sollte das so formulieren, daß es wirklich für jedermann verständlich ist. Hier also etwa so:

Zitat:Jeder Wahlteilnehmer entscheidet gesondert über jeden Kandidaten, indem er ihn annimmt oder ablehnt. Der Kandidat, der die meisten Zustimmungen erfahren hat, ist gewählt.

Möglich, aber IMHO nicht nötig. In der Rechtsauslegung ginge ja spätestens aus der dazugehörigen Diskussion (also dieser hier) hervor, was gemeint ist, falls es tatsächlich unklar sein sollte.

Der große Vorteil in der Wahl durch Zustimmung ist, dass es keinen ›lachenden Dritten‹ gibt und dass man sich als Wähler nicht gezwungenermaßen mit Fragen der Taktik auseinandersetzen muss.
#22
Was passiert wenn nur ein Bewerber zur Wahl steht wie beim Vizedirex für Kartenanträge? Dann wirds kompliziert. Lohnt sich so ein aufwand?
#23
Warum wird es dann kompliziert?
#24
Wüsste ich auch gerne, wird dann nicht schon in gewisser weise die Wahl durch Zustimmung Praktiziert?
#25
Nach der Lektüre des Links den Veuxin gepostet hat fällt mir das auch auf. Jetzt ist mir auch klar warum er Wahl durch Zustimmung ins Gespräch gebracht hat. Big Grin. Aber nochmal für den zweiten Bildungsweg, so wie ich das ganze verstanden hab:

Kandidat 1
[ ] ja
[ ] nein

Kandidat 2
[ ] ja
[ ] nein

Kandidat 3 usw usf.

Ist das das Prinzip?
#26
Genau, wobei man in der Regel der Einfachheit halber die ›nein‹-Option weglässt, sodass der Stimmzettel dann so etwa aussieht:

[ ] Kandidat 1
[ ] Kandidat 2
[ ] Kandidat 3
usw. usf.

Nun kreuzt man alle Kandidaten an, mit denen man leben könnte. Das könnte dann ganz klassisch so aussehen:

[ ] Kandidat 1
[x] Kandidat 2
[ ] Kandidat 3
usw. usf.

Oder auch so:

[x] Kandidat 1
[x] Kandidat 2
[x] Kandidat 3
usw. usf.

Oder, wenn man mit keinem der Kandidaten leben könnte:

[ ] Kandidat 1
[ ] Kandidat 2
[ ] Kandidat 3
usw. usf.
#27
die nein stimme kann aber auch bleiben, sonst Enthaltung für einen Kandidaten = Nein Stimme.
#28
War nicht ursprüngliches Ziel der Debatte, dass althergebrachte Wahlsystem so zu konkretisieren, dass es nicht mehr zu euner derartigen Auslegungssache wie in der letzten Wahl geschehen, kommen kann?
Statt dessen machen wir es nun komplizierter?
#29
Denk ich mir auch. Ich habs lieber klar und deutlich. Relative Mehrheit = wer hat die meisten Stimmen; einfache Mehrheit = wer kommt auf mind. 50% der Stimmen. Enthaltungen weglassen, wer überhaupt nicht wählt enthält sich ja schon. Wer mit den Kandidaten nicht zufrieden ist soll sich halt selbst aufstellen lassen. Ansonsten: That's Showbusiness. Das Leben ist keine Pralinenschachtel. Man muss holen was kommt.
#30
Zitat:Das ist ein Trugschluss – eine nicht abgegebene Stimme zählt für einen Kandidaten genauso schwerwiegend wie eine abgegebene Stimme. Genau betrachtet ist eine Wahl durch Zustimmung also lediglich die Vereinigung eines Wahlgangs für jeden Kandidaten mit den Optionen ja/nein in einen Wahlgang.

Aber für die passiven Wähler gilt das nicht. Kreuze ich alle Kandidaten an bzw. streiche keinen, habe ich (abgesehen vom Fall einer nötigen Wiederholung) eine 100%ge Aussicht auf Erfolg. Dahingegen hat derjenige, der keinen ankreuzt eine nullprozentige Erfolgsaussicht. Die anderen liegen irgendwo dazwischen, um Genaueres aus dem Ärmel zu schütteln müßte ich meine Stochastik-Kenntnisse wieder etwas entrosten. Wink

Auf jeden Fall werden Wähler bevorzugt, die mehrere (am besten alle) Kandidaten unterstützen können.

Zu dem, was Du im Zitat ausführst, bedarf es schonmal mindestens der Bedingung, daß jeder Kandidat, wenigstens 50%+x der Stimmen bedarf, ansonsten sind die Nein-Stimmen irrelevant.

Zitat:Möglich, aber IMHO nicht nötig. In der Rechtsauslegung ginge ja spätestens aus der dazugehörigen Diskussion (also dieser hier) hervor, was gemeint ist, falls es tatsächlich unklar sein sollte.

Vielleicht hätten wir das Problem hier jetzt auch nicht, wenn wir das Regelwerk historisch auslegen könnten, aber die Ende der 90er bzw. Anfang der 2000er zweifelsfrei (ich zweifle nicht, obschon ich nicht dabei war...) stattgefundene Diskussion bzw. der seinerzeitige Autor sind nicht mehr auffindbar, nur das Werk ist noch erhalten.

Zitat:Relative Mehrheit = wer hat die meisten Stimmen

Den Begriff "relative Mehrheit " würde ich gar nicht benutzen. Es ist nämlich schlicht nicht eindeutig. Meistens (oder lieber doch "mehrheitlich?Wink) wird es wohl als die größte Mehrheit (im Sinne von Vielzahl) verstanden (quasi in Relation zu den anderen Mehrheiten). Andere verstehen es aber in Bezug zur absoluten Mehrheit und meinen dann 50%+x von den abgegebenen Stimmen, da "relativiert" man dann quasi den Bezug von allen auf die abgegebenen Stimmen.

"Die meisten Stimmen" bzw. "mehr als die Hälfte der [abgegebenen] Stimmen" ist viel eindeutiger und wird auch von wirklich jedem verstanden.


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